Der Bürger- und Verschönerungsverein, einer der ältesten Vereine in Herchen (gegr. 1901), sieht es als seine Aufgabe an, die Lebensqualität des Ortes zu steigern und das Zusammenleben zu fördern. Er unterstützt die Iniativen anderer Vereine und der Dorfgemeinschaft und hat zweimal die Teilnahme am Wettbewerb "Unser Dorf hat Zukunft" erfolgreich organisiert.

 

Als sich im letzten Viertel des 18. Jahrhunderts der Fremdenverkehr in Herchen zum wichtigsten Wirtschaftsfaktor entwickelte (über 250 Gästebetten gabe es damals im Ort!!), schien es sinnvoll, der Gemeindeverwaltung unter dem damaligen Bürgermeister Dörmer ein "Sprachrohr" in Form eines Vereins der Dorfgemeinschaft an die Seite zu stellen.

 

Zu dieser Zeit waren die Düsseldorfer Künstler maßgeblich am Fremdenverkehr im Ort und am Dorfleben beteiligt. Besonders der Maler Albert Lüdecke und sein Freund Hauptmann Edmund Henoumont waren sehr aktiv. Beide hatten ja schon 1884 die Sedanspiele gegründet und jährlich organisiert. So war es nur natürlich, dass diese beiden Aktiven zusammen mit dem Bürgermeister die Vereinsgründung voranbringen konnten. 1901 war es dann soweit: Der Bürgermeister konnte die Gründung bekannt geben.
Der neu gegründete Verein nannte sich

 

"Verschönerungsverein Hauptmann Henoumont in Herchen an der Sieg"

Hauptmann Henoumont, wegen seines "Wirkens" im Kaukasuskrieg, muß eine eindrucksvolle Persönlichkeit gewesen sein. Auf dem rechten Auge erblindet, trug er eine Augenbinde. Sein voller Bartschmuck und seine Körpergröße von 1,98 m machten ihn zu einem auffallenden Typen auf den den engen Strassen in dem kleinen Dorfe. 

Der Verschönerungsverein hatte dann bis zum Beginn des ersten Weltkrieges das Dorf mitgestaltet. Der Bau der Schutzhütten, z.B. der von den Düsseldorfer Malern erbauten "Düsseldorfer Hütte", sowie der Ausbau der umfangereichen heute noch bestehenden Wanderwege geht auf diese Zeit zurück. Nach dem Kriege war der Verein, zusammen mit dem Verwaltungsdirektor des Pädagogiums, Herrn Niefeling, Erbauer der schwimmenden Badeanstalt.

 

 

In dieser Zeit war besonders der in Übersehn wohnende Geschäftsmann Otto Höhler und der Arzt Dr. Fritz Löwe aktiv im Verein tätig.
Otto Höhler verlegte mehr als hundertfünfzig Ansichtskarten vom Dorfe und verschaffte auf diese Weise dem Ort einen großen Bekanntheitsgrad.

 

Die Gründungsurkunde des Vereins und die BallBallade vom Heilbrunnen verdanke wir seiner Sammlerleidenschaft. Er hat auch einen Essay über die Künstler in Herchen geschrieben. Über die Zeit deszweiten Weltkrieges liegen kaumUnterlagen über Aktivitäten vor. Erst nach dem Kriege (1948) wird die Chronik des Vereins weiter geschrieben. Zahlreiche Persönlichkeiten des Dorfes wechselten sich schnell in der Leitung des Vereins ab; ein Beweis die Schwierigkeiten den Verein am Leben zu halten. Immer wieder gab es Phasen der Schwäche und große Schwierigkeiten Vorsitzende bzw. einen Vorstand zu finden.

 

Folgende Personen leiteten den Verein ab 1948 in den Fünziger und sechziger Jahren:

 

  • Josef Jost (1948)

  • Helmut Land (Übergangsvors. 1950)

  • Karl Rixen (1950)

  • Josef Jost (1951)

  • August Ottersbach (1953)

  • Kurt Birkenbeul (1957)

  • Dr. Karl Karpati (1958)

  • Josef Schmitz (1960)

  • Hans Becker (1962)

  • Willi Bödelfeld (1966)

  • Helmut Land (1976)

 

  • 1984 erfolgte der Zusammeschluss des Vereins mit dem Bürgerverein (Vors. Udo Scharnhorst)

  • Helmut Land (1988)

  • Hermann Meierhenrich (1990)

  • Franz Kluwe (1998)

 

 

Helmut Land, Ehrenvorsitzender, der insgesamt den Verein in drei verschiedenen, schwierigen Zeitabschnitten geführt hat, war der Begründer des inzwischen zu einer Instituion gewordenen Kinderfestes. er organisierte die erste erfolgreiche Teilnahme am Wettbewerb "Unser Dorf soll schöner werden", war verantwortlich für die Neugestaltung des Heilbrunnens und die Neuanlage des Weges und der Brücke zum Dehlenbachtal ("Schlangenwäldchen"). Seinerzeit halfen 70 Herchener bei diesem Arbeitseinsatz!!
In seiner Amtszeit war versucht worden, den Ort als Kneippkurort zu etablieren. Bis auf die Erbauung eines Tretbeckens waren aber keine Erfolge zu erzielen. Außerdem wurde in seiner Amtszeit ein behindertengerechter Wanderweg am Siegufer ausgeschildert.

 

Der Bürgerverein Herchen, 1967 von den Herchenern Heinrich Hundenborn, Josef Kellermann, Karl-Heinz Schüler, Willi Wirges gegründet im Zuge der Zusammenlegung der drei Gemeinden an der oberen Sieg zu Großgemeinde Windeck. Es galt die politischen Interessen des Ortes gegenüber den politisch Verantwortlichen zu vertreten. Teile der Bevölkerung Herchens wollten einen Anschluss an die Gemeinde Eitorf, konnten sich aber nicht durchsetzen. Der Bürgerverein war auch maßgeblich am Neubau der Herchener Dorfstrasse und der Kanalisation beteiligt. Es war auch der Verien , der unter seinem rührigen Geschäftsführer Dr. Rolf Engels den ersten Karnevalszug nach langjähriger Ruhepause aktivierte und damit den Grundstein zu dem inzwischen regen Karnevalsleben in Herchen und Umgebung legte. Die Beleuchtung der katholischen Kirche ist dem Verein zu verdanken, sowie die Beleuchtung der Siegpromenade. Der Bürgerverein engagierte sich intensiv um die Alten im Orte, führte regelmäßig Ausflüge mit Bus durch sowie im Herbst eine "Altenfeier".
Beide Vereine schlossen 1984 zusammen, um gemeinsam mehr für das Dorf zu schaffen. erster Vorsitzender des neuen Bürger- und Verschönerungsvereins Herchen e.V. wurde der spätere Bürgermeister der Gemeinde Windeck Udo Scharnhorst.
In den letzten Jahren hat der Verein sich bevorzugt um die Verschönerung des Dorfes bemüht und das Dorfleben durch seine Einrichtungen und Wirtschaftsbetriebe (Minigolfplatz, Bottshafen) bereichert.

Das Kinderfest im Sommer, das Frühlings-/Kurkonzert wurden zu festen Größen im Dorfleben. Der im Sommer überdachte Festplatz wird nicht nur für Aktivitäten des Vereins genutzt, sondern wird auch anderen Vereinen, ja sogar der Kirche zum Gottesdienst in der Natur, zur Verfügung gestellt. Ebenso die Grillhütte im Park!

Erwähnenswert ist die Schaffung der Brunnenanlage im Dorfe auf Grund einer Idee des langjährigen und jetzt wieder gewählten 2. Vorsitzenden Hermann Meierhenrich.

Die Restaurierung der Herchener Kanonen, der Bau des Kinderspielplatzes an der Löwenburg und die Ausrichtung der 100 Jahrfeier des Vereins 2001 wurden unter dem Vorsitz von Franz Kluwe organisiert. Das langjährige Vorstandsmitglied Dr. Wolf-Rüdiger Weisbach stellte seine über Jahre gesammelten Fotos und Dokument dem Verein zur Verfügung und gründete 1999 das Vereinsarchiv im Haus des Gastes. Unter seiner Leitung wurden mehrere Ausstellungen über die Geschichte Herchens organisiert. Die Gründung des "Haus des Gastes" geht ebenfalls auf die Aktivität des Vereins zurück. Nur durch die Schaffung dieses Hauses konnte der Ort seine Anerkennung als "staatlich anerkannter Erholungort" erhalten.

Zusammen mit dem Verein und mit dem Künstler Hanns Dieter Hüsch gründete Weisbach 1992 die später in Windecker Matinee umbenannte Herchener Matineen.

Nach Franz Kluwe folgten als Vorsitzende zwei "Powerfrauen", Sabine Hilscher und Petra Herdtle. Unter ihrer Leitung erfolgte die zweite erfolgreiche Teilnahme am Wettbewerb "Unser Dorf hat Zukunft". Außerdem 2009 die Erneuerung des Minigolfplatzes und der Boote im Hafen an der Sieg.

Die Neuwahlen 2010 stellten Petra Herdtle als Vorsitzende und Hermann Meierhenrich in die Leitung des Vereins.

Aktuelle Aufgaben des neu gewählten Vorstandes wird auch die Verbesserung des Dorfimages in der Öffentlichkeit sein unter dem Aspekt des neu geschaffenen "Siegsteiges", der zahlreichen Fremden hoffentlich den Weg in den Ort herchen zeigen wird.

 

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Ergänzungen und Korrekturen bitte an den Autor dieses Textes:

 

Dr. W.R. Weisbach 02243/2293 oder E-Mail an Dr.Weisbach(at)gmx.de