Hier finden sie demnächst alles Wissenswerte über den
"Natursteig Sieg"
Der Natursteig Sieg
Natursteig Sieg – Natur pur – aber nichts für Gelegenheitswanderer

Der Natursteig Sieg, zur Förderung des Fremdenverkehrs an der oberen Sieg mit großen Erwartungen als Tourismusmagnet vom Kreis gefördert, ist inzwischen in weiten Teilen ausgeschildert und soll Anfang April mit einem Festakt in der Siegburger Stadthalle eingeweiht werden.
Herchen wird von diesem Wanderweg nur indirekt berührt. Es soll aber eine ausgeschilderte „Erlebnisschleife“ in den Ort verweisen mit Hinweisschildern auf sehenswürdige Bereiche unseres Dorfes.
Von Stromberg kommend, vorbei an dem Erholungsheim der Wuppertaler Stadtwerke führt der Wanderweg über den Herchenern gut bekannten „Höhenweg“ vorbei an der „Düsseldorfer Hütte“ und dem neu geschaffenen Startplatz der Drachenflieger vom DELTA Club Rheinland am Trappenberg zum Thinkplatz . Er führt dann weiter oberhalb Herchens „am Knippen“ entlang zum Wassertretbecken zur L-312 , nach 50 Metern rechts den sehr steilen Berg hinauf (macht der Bezeichnung „Steig“ alle Ehre) zum Appelhof. (ca. 400 Meter)
Ein Wanderbericht vom Natursteig Sieg
Vom Appelhof ausgehend habe ich am Karnevalssonntag morgens bei schönstem Wetter den Natursteig Sieg in Richtung Dattenfeld erkundet. Auf dieser ca. 2 ½ stündigen Wanderung habe ich Plätze und Wege gefunden, die ich erstaunlicherweise, obwohl seit vielen Jahrzehnten hier meine Heimat habe, bisher nicht kannte.
Am Appelhof (für den Wanderer für längere Zeit die letzte Möglichkeit sich mit Reiseproviant im Hofgeschäft einzudecken) führt der Natursteig Sieg nach etwa 150 Metern links auf einem steilen unbefestigten und ungesicherten Pfad (nur trittsicheren Wanderern zu empfehlen!), durch einen eindrucksvollen Buchenwald über eine vom Bürger- und Verschönerungsverein gebaute Holzbrücke über den Dehlenbach hinunter in das nach ihm benannte Tal.
(Im Volksmund Schlangenwäldchen genannt)
Vorbei an diesem romantischen, ungezähmten Bächlein wandernd, sollte man Kraft tanken, um dann nach ca. 400 Metern links steil hinauf über einen dichten Laubteppich der riesigen Buchen die Höhe auf der Gegenseite des Tales zu erklimmen. Nach ca. 300 Metern erreicht man einen schmalen Grad mit einem unerwarteten Ausblick auf das Siegtal in Richtung Röcklingen.
Nach einer kurzen notwendigen Verschnaufpause geht’s weiter durch einen kleinen Hohlweg auf die Wiesen der Gemarkung Neuenhof-Engelsbruch. Ein weiter Blick öffnet sich auf diesen Weiler und die auf dem gegenüber liegenden Berg gelegene Ortschaft Gerressen.
Das harte, rhythmische Hämmern eines Spechtes und vier Hochsitze in meinem Blickfeld auf dieser Hochfläche sind „schlagende“ Hinweise auf die hier noch unberührt scheinende Natur unserer schönen Heimat.
Auf ebenem Weg wandert man, nun erholsam, ca. 800 Meter weiter bis zum Ottohof. Zwei frei laufende Hunde bellen, scheinen aber ansonsten friedlich zu sein.
Wer nun genug vom „Siegsteig“ hat, kann direkt vor dem Hof nach rechts den in den Siefen führenden kleinen Pfad benutzen, der nach ca. 500 Metern die L- 333 an der Brücke nach Röcklingen erreicht. (Bushaltestelle!).
Lohnenswert aber ist der nun beginnende weitere Steig direkt hinter dem Ottohof nach rechts abzweigend mit Blick auf die Pferdeweiden von Engelsbruch. Keine Autogeräusche oder die inzwischen wieder laut und rücksichtslos durch die Natur dröhnenden Motorräder sind zu hören. Im Sommer ein Fleckchen zum Rasten. Vor dem Abstieg sollte man auch im Frühjahr hier eine Pause einlegen und die herrliche Aussicht auf oder in das Windecker Ländchen genießen. Im Hintergrund, kaum erkennbar, die Ruine Windeck und das große Waldgebietder Nutscheid, dem wir auf dem weiteren Weg immer näher kommen.
Hinunter geht es nun, wiederum durch einen hohen Buchenwald, auf einem alten Fahrsträßchen ins Kaltbachtal. (20 Minuten)
Angekommen im romantischen Kaltbachtal führt der -Natursteig Sieg- nach links hinauf in das Tal um sich dann entlang der Höhen weiter in Richtung Rieferath und Dattenfeld zu schlängeln. Ich wende mich aber nach rechts auf die L-333 und wandere durch Röcklingen, vorbei an einen idyllischen Biotop (am Katzensteig), um dann entlang der Bahnstrecke Richtung Bodelschwinghgymnasium, zurück nach Herchen zu gelangen. Angekommen am Appelhof, habe ich in ca. 2 ½ Stunden auf einem erlebnisreichen Wanderweg viele neue Aspekte unserer schönen Heimat kennen gelernt. Meine Vorbehalte gegenüber dem Natursteig Sieg habe ich abbauen können. Der von mir benutzte Teil des Natursteig Sieg ist sehr gut beschildert. Ich bin allerdings der Meinung, dass er in Teilbereichen nur für den geübten und gut ausgerüsteten Wanderer (Proviant, Schuhwerk) geeignet ist.
Fotos und Text :
Dr. Wolf-Rüdiger Weisbach
(Nachdruck nur mit Genehmigung des Autors)
März 2011





