Wanderbericht zum Natursteig Sieg (2. Teil)

von Wolf-Rüdiger Weisbach

Auf dem „Natursteig Sieg“ unterwegs

Der Höhenpfad über Herchen im Mittelpunkt!

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An einem dieser herrlichen, fast frühsommerlichen Maitagen, habe ich mich an das aus der Kindheit und Jugend bekannte Wanderlied „Im Frühtau zu Berge“ erinnert und mich kurz nach 6 Uhr auf den Weg gemacht um den nächsten Abschnitt des „Natursteiges  Sieg“ zu erwandern. Nach der  Wanderung  auf dem Teilstück Appelhof- Kaltbachtal, galt es den zweiten Teil dieses  „Steiges“ der von Herchen in Richtung Stromberg führt, zu erkunden und in Bild und Wort zu beschreiben.

In den Rucksack sind eine große Flasche Mineralwasser und zwei Käsebrote gepackt, dazu die schwere Fotoausrüstung mit dem 400 mm Tele und einem Weitwinkelobjektiv. Temperatur um 6 Uhr schon 15 Grad! (Mai!) Vom Appelhof geht es nach ca. 500 Meter steil einen unbefestigten  Pfad durch einen Laubwald hinunter zur L 312, die Höher Landstrasse. Das erste blaue Wegezeichen gegenüber der  L312  führt mich vorbei am Wassertretbecken des BVV (Möglichkeit die Wanderfüße zu kühlen!)

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Über einen kleinen Holzsteg , der den renaturierten, einstmals verohrten Tüschenbach quert und nach rechts führt, dann nach 100 Metern links durch den Fichtenwald . Nach ca. 500 Metern steht man vor einem Wegekreuz neben dem ehemaligen Wohnhaus des Pfarrer Mignon. Reste der alten Wasserspeier  sowie barocke Gitter, weisen auf den Kunstsinn des Pfarrers hin.

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Wegkreuz am Knippen
Wegkreuz am Knippen

Alternative zum Start vom Appelhof, vor allem für den Autofahrer, wäre der Beginn der Wanderung vom Wanderparkplatz am Ortsausgang Herchens an der L312 vor dem Wassertretbecken.

Wer hier meinem Weg folgen will, bitte vom Parkplatz aus direkt links bergauf auf die Strasse  „Am Knippen“. Dort trifft man schon nach ca. 80 Metern auf das oben beschriebene Wegekreuz.

"Am Knippen" heißt der Weg, den wir nun ca. 400 Meter zügig gehen, bevor wir auf die Gerressener Strasse treffen. Links die Villa Lequis, in der nachweislich Engelbert Humperdinck Teile seiner Märchenoper Hänsel und Gretel geschrieben hat. Wer Zeit hat, sollte sich nach links über die Siegtalstrasse (L 333) gehen, und in den Park des Restaurants „Löwenburg“. Von dort hat man einen herrlichen Blick auf die Villa und gleichzeitig Gelegenheit die Skulpturen im Park um das Haus des Gastes, sowie den Gedenkstein von Hanns Dieter Hüsch zu sehen. Hüsch war einer der Mitbegründer der Windeck Matineen und lebte bis zu seinem Tode in der Nähe von Herchen. Imposant die mächtige Steinskulptur „La Familia“ des Eitorfer Künstlers Giovanni Vetere vor dem Haus.

Auch bietet sich ein kurzer Ausflug an  das Ufer der Sieg an. Dort befindet sich der Bootshafen  und der Minigolfplatz sowie ein Spielplatz. Bei schönen Wetter lädt demnächst die Terrasse, bzw. der Biergarten des Kurparkcafe´s zu leckerem Kaffee und Kuchen ein. Das Cafe wird in Kürze eröffnet!

Zurück zum Steig: Wir gehen ca. 300 Meter die Strasse hinauf, um dann scharf links auf den eigentlichen Wanderweg, im Volksmund „Höhenpfad“ genannt, zu treffen. Die „Berghütte“ vor dem Anstieg bietet letzte Möglichkeit Wanderproviant zu bunkern oder sich zu stärken. An einigen Sonntagen findet hier ein Flohmarkt statt.

Die langsam verfallende Ruine des Herchener „Thingplatz“, den wir schnell erreichen ist nur noch ein schäbiger Rest der einstigen Größe (Schautafel am Gebäude!). In den Zeiten des beginnenden Hitlerismus wurde flächendeckend über Deutschland solche Plätze gebaut. Genutzt wurden sie als Gedenkstätte für die Gefallenen des ersten Weltkrieges. Als Ort für Versammlungen oder Veranstaltungen wurde er wohl niemals genutzt. Es besteht auch keinerlei Bezug zu einer alten germanischen Versammlungsstätte, wie in einem Siegsteigführer fälschlich behauptet wird.

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Nun führt der Weg relativ steil über die ehemaligen Terrassen des Platzes auf die Höhe des „Heckenberg“! Links fällt der Hang steil ab. Hohe Buchen und eine mächtige Eiche (ich habe grob gemessen: vier Meter Umfang!) säumen den Weg, spenden nach dem schweißtreibendem Aufstieg kühlen Schatten.

Überraschend dann der plötzliche freie, ja fast atemberaubende Blick von der Höhe auf den linksseitigen Teil Herchens (Übersehn und das Bodelschwingh Gymnasium). Hier stand einstmals die „Schreckenshütte“ (Siehe Geschichte des Ortes dieser Webseite). Hier wird der Startplatz des Aeoro Clubs DELTA enstehen. „Drachenflieger“ werden von hier aus zum  Flug über unseren schönen Ort starten.

Die „Schreckenshütte“ wird noch in diesem Jahr vom Club neu aufgebaut werden und dann ein beliebter Treffpunkt nicht nur der „Flieger“ werden!

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Dreißig Minuten habe ich mit Fotopausen vom Parkplatz bis hierher gebraucht. Nur bis zu diesem Aussichtspunkt sollte man ohne Wanderschuhe oder mit kleinen Kindern gehen. Denn nun geht der Weg  bergab in den eigentlichen Höhenpfad, der in vielen Bereichen  fast abenteuerlich  ungesichert ist. Für Kinder  bis 3 Jahren m.E. nicht geeignet. Für größere allerdings kann er ein abenteuerliches Erlebnis werden . Besonders die nur notdürftig aus dem Wege geräumten, bzw. geschnittenen Bäume, Überreste des Wütens von „Kyrill“ zwingen in mindestens vier Fällen zum Klettern über nicht weggeräumte schwere Bäume. 
                          
Verständlich, da das Gelände kaum zugänglich für schweres Gerät ist. Der   Natursteig ist eben nichts für den schlichten Wanderer. Er setzt Klettern und  ein gewisse körperliche Fitness voraus.
Der Höhenweg windet sich nun am Steilhang oberhalb der Sieg in vielen Windungen,  bergauf und bergab, durch Nadel- und Laubwälder. Immer wieder überqueren wir kleine  Bäche, die aus den Quellen der zahlreichen, steilen Siefen entspringen, Quellen, die auch nach langen Hitzeperioden nicht versiegen.

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